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Das
Saxophon
Geschichte: Im Jahre 1840 wurde das Saxophon von dem Belgier Adolphe Sax
erfunden. Am 28. Juni 1846 wurde das Saxophon patentiert (das heißt, dass es
seine Erfindung ist und dass kein anderer es nach bauen darf).
Das Saxophon, hatte Adolphe Sax gesagt, sollte eigentlich für das
Sinfonieorchester gemacht sein, aber mit der Zeit wurde es immer mehr in
Militär- und Marschkapellen gebraucht, weil es sehr laut und damit auch sehr
robust war. Es kam dann auch noch dazu das andere Komponisten zuerst das
Saxophon ignorierten.
Aber irgendwann kam dann die Zeit des Jazz und das Saxophon begann seinen
Siegeszug zuerst in Europa und
dann in weiteren Ländern.
Inzwischen ist das Saxophon einer der beliebtesten Soloinstrumente bei Tanz- und
Konzertmusik. Inzwischen haben viele Solisten(Musiker, die alleine spielen) mit
dem Saxophon eine Band oder Combo gegründet. (Combos sind kleine Musikgruppen,
die meistens bei den Instrumenten nur wenig Besetzung haben).
Technik:
Mit Technik ist nicht die Blastechnik gemeint sonder die Technik des
Instrumentes.
Das Saxophon ist zwar aus Metall gebaut, ist aber ein Holzblasinstrument das
liegt daran (zeigen) dass der Ton nur durch dieses kleine Rohrblatt erzeugt
wird. Bei der Klarinette geschieht das Selbe.
Das Saxophon kann man in 4 Einzelteile zerlegen (damit ist jetzt nicht gemeint
die ganzen Klappen und Griffe):
1. das Rohrblatt (wie schon erwähnt) (zeigen)
2. das Mundstück mit Blattschraube (zeigen)
3. der Bogen (zeigen)
4. der Korpus (zeigen)
Die meisten Saxophone werden mit einem einfachen Tragegurt am Körper befestigt
(zeigen)
Es gibt jedoch ein paar andere Saxophone die man z.B. das Bariton Saxophon
mit einem zusätzlichen Rückengurt befestigt.
Typen: Und mit dem Bariton Saxophon sind wir schon bei den Typen.
Also es gibt insgesamt 7 verschiedene Typen von Saxophonen.
Das sind von klein nach Groß: Sopranino
Sopran
Alt
Der höchste/tiefste Ton bei allen
Tenor
(Bilder zeigen)
Sax. ist das tiefe b hohe fis Bariton
Es gibt aber noch manche Baß
Ausnahmen Kontrabaß (ziemlich selten)
Inzwischen gibt es auch noch ein Piccolosaxophon und Soprillosax.
Am häufigsten wird das Alt, Tenor danach Sopran und Baritonsaxophon genutzt.
Spieltechniken
Um auf dem Saxophon Töne oder Melodien spielen zu können, muss Anblastechnik und
Fingertechnik gut aufeinander abgestimmt sein, wie übrigens auch bei allen
anderen Einzelrohrblattinstrument. Beim Saxophon spielen muss man eine gewisse
Lockerheit und Grundspannung haben, die einem einerseits eine gute Atemstütze
(gesteuerte Atemtechnik), andererseits eine schnelle Reaktionszeit ermöglicht.
Anblastechnik: Das Saxophonmundstück (zeigen) wird ca.1cm-1,5cm in den Mund,
zwischen Schneidezähne und Unterlippe genommen. Die Lippe muss das Mundstück
luftfest umschließen. Wenn man das Blättchen (zeigen) zu fest oder zu locker in
den Mund nimmt, klingt der Ton schief. Beim anblasen des Tones, muss man ein
deutliches „Thhh“ von sich geben, ähnlich wie beim spucken. Das anblasen von
sehr tiefen oder sehr hohen Tönen ist schwerer, als das anblasen von
Mitteltönen.
Grifftechnik: Grifftabelle (zeigen in der Saxophonschule)
Das Saxophon hat Frontklappen wie auch Seitenklappen die durch die jeweiligen
Finger auf und zu gedrückt werden. Die C-Dur Tonleiter auf dem Saxophon
entspricht der C-Dur Tonleiter auf der Sopranblockflöte. Um höhere Töne spielen
zu können, muss man die Oktavklappe drücken. Dadurch wird das Erlernen der
Oktavtönen einfacher und schneller, als bei anderen Instrumenten. Im Laufe der
Weiterentwicklung des Saxophonbaus sind bestimmte Klappen spieltechnisch
verbessert worden. Die Klappen, die man mit den beiden kleinen Fingern betätigt
(rechts zwei, links vier) sind mit kleinen Rollen verbunden, die den Übergang
zwischen den beiden Tönen vereinfacht.
Besetzung
Klassik:
In der klassischen Musik wird das Saxophon oft als Soloinstrument oder
Saxophonformationen gebraucht. Außerdem wird das Saxophon in
Kammermusikbesetzungen und in Konzertbesetzung verwendet.
Saxophon Solo: Besonders in der neuen Musik wird das Saxophon als Soloinstrument
verwendet. Die Komponisten betonen in ihren Kompositionen besondere
Klangmöglichkeiten beim Saxophon. Einige Komponisten die so ein Solo geschrieben
haben heißen:
Paul Bonneau, Pierre-Max Dubois, Christian Lauba, Ryo Noda oder Fuminori Tanada.
Kammermusik: In der Kammermusikbesetzung wird das Saxophon in Kombination mit
anderen Soloinstrumenten verwendet. Einige der Kombinationen, die in
Kombinationen verwendet werden, kombinieren das Saxophon mit Gesang,
Geige, Flöte, Klarinette, Oboe, Fagott, Trompete, Posaune oder Schlagzeug.
Besonders häufig wird das Saxophon als Hauptinstrument mit Begleitung verwendet.
Verbreitet sind hier insbesondere die Kombination Saxophon und Klavier,
es gibt aber auch Stücke, in Begleitung von Orgel, Akkordeon, Harfe und
Gitarre.
Saxophoninformationen: Die Formationen, in denen das Saxophon in der klassischen
Musik verwendet werden, sind von der Formation der Streichinstrumente abhängig.
Insbesondere wird das Saxophon im Saxophonquartett und im Saxophonensemble, das
aus 12 Saxophonen besteht, verwendet. Das Saxophonquartett Bariton-, Tenor-,
Alt-, Sopransaxophon.
Jazz: Im Jazz spielt das Saxophon eine große Rolle. Am häufigsten kommt ein
Quartett (ist eine Gruppe die aus 4 Leuten besteht) mit einem Sopran- , Alt- ,
Tenor- , Baritonsaxophon. Das Saxophon wird im Jazz viel eingesetzt wegen der
fast unbegrenzten Klangmöglichkeiten. Es gibt dann auch noch eine sogenannte Big
Band. In der Big Band spielen mit: erstes und zweites Altsaxophon, erstes und
zweites Tenorsaxophon und dann noch ein Baritonsaxophon.
Tonerzeugung
Also jetzt wollen wir noch erklären wie der Ton beim Saxophon entsteht:
Ein Blättchen (zeigen) muss am Mundstück an der Unterseite befestigt werden, mit
einer Blattschraube. Man darf das Mundstück deswegen auch nicht zu feste in den
Mund nehmen, weil das Blättchen ja schwingen muss und dadurch wird erst mal der
Ton erzeugt
(vor machen). Wie bei allen Blas Instrumenten. Wenn man in das Mundstück bläst
wird ein Ton erzeugt und der will ja jetzt irgendwo wieder raus. Also sucht sich
die Luft das erste Luftloch wo es raus kann. Also wenn man die Oktavklappe
drückt, dann geht ganz oben auf dem Bogen ein loch auf. Die Luft geht also dort
hinaus. (Oktavklappe noch etwas besonderes) Wenn der Ton erst weiter unten raus
kommt dann wird der Ton tiefer, und wenn der Ton schon weiter oben raus kommt,
dann wird der Ton höher. Bei der Flasche ist es auch so. Umso größer das Volumen
um so tiefer der Ton. Umso kleiner das Volumen um so höher der Ton. Es gibt dann
auch noch ganz komische Klappen. Manche Klappen werden nämlich ziemlich weit
unten gedrückt aber erst ganz weit oben geht die Klappe auf.
Die Entstehung des Saxophonquartetts
und seine Geschichte
Die Entstehung des Saxophonquartetts und auch jedes anderen Saxophonensembles
war nicht etwa die Weiterentwicklung eines Ensembles aus bereits bestehenden
Besetzungen bzw. Kompositionen, wie es beispielsweise beim Streichquartett der
Fall war, sondern viel mehr ein Teil der, zum Groß von Adolphe Sax angetriebenen
„Saxophonoffensive“, zur Akzeptanz und Annahme seiner Erfindung als ernst zu
nehmendes Element der Orchester und als Soloinstrument, wie es in ähnlicher
Weise bereits bei der rein künstlichen Zusammensetzung das Holzbläserquintetts
vonstatten ging. Die unterschiedlichen, klanglichen Charaktere der verschiedenen
Baugrößen der Saxophonfamilie, ließen in Adolphe Sax schon bald die Idee keimen,
ganze Ensembles und sogar Orchester, nur mit Saxophone auszustatten.
Daher ist eine reine Betrachtung der frühesten Entstehungsgeschichte und der
daraus resultierenden Folgen auf spätere Entwicklungen des Saxophonquartetts,
trotz der Tatsache, dass zwischen Sax` Patentantrag für sein Saxophon und der
Gründung des ersten, kontinuierlich arbeitenden Quartetts mehr als 80 Jahre
liegen, ohne auch auf die Entwicklung des Saxophons an sich einzugehen, weder
wünschenswert noch möglich.
Aus diesem Grund wird in diesem Referat nicht ausschließlich auf die Geschichte
das Saxophonquartetts, sondern auch auf die Erfindung das Saxophons und damit
verbunden, das Leben seines Erfinders eingegangen.
Das Leben von Adolphe Sax
Die folgende „Biografie“ soll keinen lückenlosen Bericht über das gesamte Leben
Adolphe Sax` darstellen, sondern viel mehr die Punkte seines Schaffens
aufzeigen, welche der Entstehung und Verbreitung des Saxophons dienlich waren
und damit direkt mit dem Ersinnen und der Wegbereitung des Saxophonquartetts
verbunden sind.
Als ältester Sohn des Kunsttischlers Charles Joseph Sax und dessen Ehefrau Marie
Joseph (geb. Masson) wird Antoine-Joseph, der später als Adolphe Sax bekannt
werden sollte, am 6. November in Belgien im Diant das Jahres 1814 geboren.
Ein Jahr später siedelt die Familie nach Brüssel über, wo sein Vater eine
Instrumentenbauwerkstatt gründet.
1828 besucht Adolphe Sax die „Ecole Royal de Musique“ in Brüssel, um dort Gesang
Flöte, Klarinette und Harmonie zu studieren.
Nach dem Sax nach langjähriger Arbeit in der Werkstatt seines Vaters diese 1835
übernimmt und ihm auch schon Patentanträge zur Verbesserung des Systems der
Klarinette zuzuschreiben sind, beginnt er im Jahr 1838 mit den ersten Arbeiten
am später so bezeichneten Saxophon.
Während einer Reise nach Paris führt Adolphe Sax Anfang Juni 1842 dem
Komponisten Hector Berlioz, einem späteren Verfechter des Saxophons, mehrere neu
konstruierte Instrumente vor. Darunter auch seine Bassklarinette und sein
Basssaxophon. Im Oktober des selben Jahres wird er in Frankreich sesshaft.
Zwei Jahre später gibt Sax sein erstes öffentliches Konzert mit Saxophon. Das
Sextett „Hymne Sacré“ vom bereits erwähnten Komponisten Hector Berlioz. Im
selben Jahr werden auf eine Initiative Rossinis Sax-Instrumente am
Konservatorium von Bologna eingeführt. Am ersten Dezember kommt es zum ersten
Einsatz eines Basssaxophons in einer Oper. Der „Le dernier roi de Juda“ von
Georg Kastner.
Bei einem Wettstreit zwischen einer herkömmlichen Militär - und einer, nur mit
Sax-Instrumenten ausgestatteten, „Sax“-Kapelle, auf der „Champ de Mars“ im Jahr
1845, kann Sax trotz der Intrigen und dem unfairen Verhalten, seiner
Konkurrenten, den Sieg für sich entscheiden. Darauf hin wird die französische
Militärmusik mit Sax-Instrumenten ausgestattet.
Am 21. März des Jahres 1846 schließlich stellt Adolphe Sax den Patentantrag für
seine Saxophone. (Pat. No. 3226 v 22.6.).
Auf den Tag genau zwei Jahre später verbietet ein ministerieller Erlass, den
weitern Einsatz von Sax-Instrumenten in der französischen Militärmusik.
1854 wird die, über fünf Instanzen ausgetragene Klage, zur Patentannullierung
für Saxophon und Saxtromba endgültig abgewiesen. Ein Reorganisation der
französischen Militärmusik erfolgt am 16. August.
Drei Jahre später kommt es unter anderem zur Gründung einer Saxophonklasse am
Pariser Konservatorium, deren Leitung Adolphe Sax selbst übernimmt.
Diese wird nach zwölfjährigem Bestehen und der verlorenen Schlacht bei Sedan
wieder aufgelöst.
Ein Jahr darauf wird die Neugründung aufgeschoben und 1883, trotz der Bitte von
Sax, eine Klasse unentgeltlich leiten zu dürfen, endgültig abgelehnt.
Am Ende eines Lebens von Höhen und Tiefen, Erfolgen und Rückschlägen, stirbt
Adolphe Sax, nach dem Verlust seines Vermögens durch drei Konkurse und etliche
Prozesse, die ihm nicht nur finanziellen sondern auch sozialen und
gesundheitlichen Schaden zugefügt haben, am 7. Februar des Jahres 1894, allein
in Paris und wird am 10. Februar auf dem „Cimetiére de Montmartre“ in einer
Familiengrabstätte beigesetzt.
Die Erfindung das Saxophons
Den Grund für die Erfindung seines Saxophons führt Adolphe Sax in seinem
Patentantrag von 1846 aus. Demnach seien Blasinstrumente besonders in der Tiefe
entweder zu rau oder zu stumpf. In der Freiluftmusik sie die Wirkung von
Streichinstrumenten, wegen der Schwäche ihres Klangs, gleich Null und ihr
Gebrauch unter diesen Gegebenheiten unmöglich. Daher wollte Sax „ein Instrument
[...] erschaffen, dass im Charakter seiner Stimme den Streichinstrumenten nahe
kommt, aber mehr Kraft und Intensität besitzt als diese“.
Erste Erfolge in seinem Bestreben, dies zu erreichen, stellten sich bereits
1838, mit der Konstruktion seiner Bassklarinette, ein.
Aus den darauf folgenden Jahren, ist nur wenig darüber bekannt, welche Versuche
und in welcher Weise, Sax unternahm, um das eigens gesteckte Ziel, der oben
beschriebenen Eigenschaften für sein neues Instrument, zu verwirklichen.
Sicher ist nur, angesichts des Ergebnisses seiner Experimente, dass er den von
im gewünschten, klanglichen Effekt dadurch erzielte , einen modifizierten
Bassklarinettenschnabel mit einem konischen Metallkorpus mit Seitenklappen und
Löchern, zu kombinieren.
Als Adolphe Sax 1842 seinen Saxophonprototypen am Pariser Konservatorium einigen
bekannten Musikern, darunter auch Hector Berlioz, vorstellte, beschrieb dieser
das Instrument als „das Haupt einer neuen Familie“. Der „Blechblasinstrumenten
mit Blatt“. Seine Tonumfang betrage drei Oktaven vom tiefen B des
Bassschlüssels. Seine Griffweise entspräche der, der Flöte oder dem zweiten Teil
der Klarinette. Berlioz beschrieb den Klang als voll, weich, schwingend, von
enormer Stärke, geeignet abgeschwächte zu werden und mit keinem bisher
gebräuchlichen, tiefen Instrument vergleichbar.
Für rapide Passagen und komplizierte Arpeggien sei es jedoch nicht geeignet.
Dies minderte jedoch nicht Berlioz` Freude über das neue Instrument und „seinen
majestätischen Charakter“.
In den Jahren bis 1846 schließlich, lagen Sax` Bemühungen vor allem in der
Erschaffung einer ganzen Saxophonfamilie von Instrument unterschiedlicher
Baugröße und Stimmlage.
So wird im Januar 1844 bereits über ein Saxophonquartett, bestehend aus Sopran
-, Tenor -, Bass – und Kontrabasssaxophon berichtet und am 21. März 1846 „ein
neues System von Blasinstrumenten genannt „Saxophon“ von Adolphe Sax patentiert.
Im Patenantrag besteht die Saxophonfamilie aus acht Instrumenten verschiedener
Baugrößen.
Warum ein Saxophonquartett?
In seinem Bestreben, das von ihm erfundene Instrument der breiten Öffentlichkeit
bekannt zu machen und dafür zu begeistern, scheute Sax weder Mühen noch Kosten.
Früh schon spielte er mit dem Gedanken, inspiriert und beflügelt von der
klanglichen Flexibilität, der tonalen Abwechslung und der technischen
Möglichkeiten seiner Instrumentenfamilie, Ensembles verschiedener Größen und
sogar ganze Orchester, nur mit Saxophonen auszustatten. Er gab nicht nur mehrere
Kompositionen für diverse Besetzungen in Auftrag, die Sax mit seinen Schülern
aufführte und mit seinem eigenen Verlage publizierte, sondern lies auch, nach
seinem Prinzip konzipierte Konzertsäle bauen. Unter diesen Auftragswerken waren
auch einige Saxophonquartette. Somit haben wir die früheste Saxophonliteratur
hauptsächlich dem unbändigen Willen von Adolphe Sax, der nicht zu letzt durch
seine persönlichen, gesundheitlichen und beruflichen Schicksalsschläge, die er
immer wieder hinnehmen musste, noch verstärkt wurde, das Saxophon so schnell als
möglich und mit dem größt möglichen Erfolg auf dem Markt einzuführen und zu
etablieren, zu verdanken.
Erste Literatur für Saxophonquartett
Zu diesen Werken gehörte auch das „Premier Quatuor“ Op. 53 vom Belgier
Jean-Baptiste Singeleé, einem guten Freund und Studienkollegen, von Adolphe Sax.
Es gilt als das älteste, noch erhaltene Werk für Saxophonquartett und gehört
heute zum Standardrepertoire vieler namhafter Saxophonquartette. Singeleé
bedient sich bei dieser Komposition eines besonderen Stilmittels, welches später
auch von Alexander Glasunow für sein „Quartett für vier Saxophone“ Op. 109
herangezogen wurde.
Beide Komponisten widmen die einzelnen Sätze ihrer Werk verschiedenen Meistern
der Vergangenheit und versuchen so, auf Grund fehlenden Notenmaterials für
Saxophon, eben jener vergangenen Komponisten, den Stil dieser wiederzugeben und
so die „verpasste“ Musikgeschichte des Saxophons noch einmal Revue passieren zu
lassen und nachzuholen.
Jean-Baptiste Singeleés Quartett ist dabei vollkommen anders als seine
bisherigen Werke. Es ähnelt im Stil und Charakter einer Ouvertüre mit langsamer
Einleitung und einem darauf folgenden theatralischen Allegro im ersten Satz. Der
zweite Satz ist ein rhapsodisches Adagio, worauf im dritten Satz ein belebtes
Scherzo folgt. Im letzten Satz beschließt Singeleé sein „Premier Quatuor“ mit
einem schwungvollen Finale. Diese vier Sätze beziehen sich musikalisch auf
Beethoven, Mendelssohn und mit Rossini und Meyerbeer auf zwei, dem Saxophon
zugeneigten, Komponisten.
Dieses Quartett war nicht das einzige Werk für Saxophon aus Singeleés Feder,
doch sind die anderen Werke, wie der größte Teil der, in Sax` Verlage erschienen
Kompositionen auch, verschollen. Auch das Saxophon selbst geriet zur
Jahrhundertwende, abgesehen von der Militärmusik, in Vergessenheit.
Erst in den, auf 1928 folgenden Jahren konnte sich das Saxophone wieder größerer
Beliebtheit erfreuen und sich ein Saxophonquartett etablieren, dass bis heute
die Musikgeschichte prägt.
Der Durchbruch des Saxophon(quartett)
Als Solosaxophonist der „Garde Républiciane“ in Frankreich gründete Marcel Mule
das erste, in dieser Besetzung kontinuierlich arbeitende Saxophonquartett. Auf
Grund fehlender Literatur, spielte das „Quatuor de Saxophones de Garde
Républiciane“ zunächst nur Transkriptionen Mules, bekannter Werke, konnte jedoch
schon bald zahlreiche Komponisten für sich begeistern. So entstanden zahlreiche
Kompositionen für Saxophonquartett, die auch heute noch zum Standardrepertoire
vieler Ensembles gehören.
Darunter waren auch Eugene Bozzas „Andante et Scherzo“ und Jean Francaix „Petit
Quatuor“. Während das erste der beiden Werke, wie einige andere Kompositionen
für Saxophonquartett dieser Zeit auch, zunächst die romantisch-sentimentale
Klangfarbe – und fülle vorstellt, zeigt es im schnellen zweiten Satz die
virtuosen und furiosen technischen Möglichkeiten der vier Instrumente auf.
Als das Saxophonquartett schlechthin gilt jedoch das, 1932 vom russischen
Komponisten Alexander Glasunow, für Marcel Mules Quartett, geschaffen „Quartett
für vier Saxophone“ Op. 109. Glasunow war zu dieser Zeit unter Anderem als
Dirigent der „Garde Républiciane“ tätig und so fasziniert vom längst bestehenden
Saxophonregister, dass er dem „Quatuor de Saxophones de Garde Républiciane“
dieses Werk für Sopran -, Alt -, Tenor – und Baritonsaxophone widmete.
Wie schon Singeleés „Premier Quatuor“ versucht auch Glasunow in seinem Werk die
Musikgeschichte, ins besondere des 19. Jahrhunderts, für das Saxophon
nachzuliefern. Das einleitende Allegro erinnert dabei an Dvorák, Wagner und
Brahms, während die folgenden Choralvariationen, den Stil von Schumann und
Chopin wiedergeben und das Werk schließlich in einem Rondofinale im Sinne von
Bach endet.
Auch nachdem Marcel Mule die „Garde Républiciane“ verlassen und sein Quartett
umbenannt hatte, wurden ihm zahlreiche Werke bekannter Komponisten gewidmet und
das Saxophonquartett konnte seine Stellung als modernes Gegenstück zum
Streichquartett festigen.
Inspiriert von Mules Erfolg gab es immer mehr Saxophonisten, die eigenen
Quartette gründeten. Darunter auch sein Nachfolger am Nationalkonservatorium
Daniel Deffayet und sein Schüler Iwan Roth.
Eines der wichtigsten Saxophonquartette entstand jedoch erst, nachdem sich das
mittlerweile so genannte „Quatour de Saxophones de Marcel Mule“ aufgelöst hatte.
1969 stellte Sigurd Rascher, dem Glasunow ein Solokonzert, das er unter der
selben Opusnummer wie sein „Quartett für vier Saxophone“ veröffentlichte,
widmete, die erste Besetzung des bis heute aktiven „Rascher Saxophonquartett“
zusammen. Darunter auch seine Tochter Carina, der Heute die Leitung des
Ensembles obliegt. Bis zum heutigen Tag blieb das Quartett seinen, an sich
selbst gestellten, Ansprüchen, Zeitgenössische Werk, die nicht selten dem
Rascher-Quartett selbst gewidmet sind, auf höchstmöglichem Niveau zu
präsentieren. Heute gehört das Ensemble zu den führenden Saxophonquartetten
weltweit und führt einen Großteil der, bereits durch Marcel Mule begonnen
Arbeit, zur Bestätigung des Saxophonquartetts als ernsthaftes Element der
kammermusikalischen Musikszene, fort. Ihm wird eine ähnliche Vorreiter-Rolle wie
dem Kronos Quartett unter den Streichquartetten zugeschrieben.
Das Saxophonquartett im Jazz
Doch nicht nur die klassischen Saxophonquartette konnten sich mittlerweile einen
Namen machen. Auch im bereich des Jazz gibt es seit längerem mehrere Quartett,
die sich dort, auch außerhalb der Big-Band, durchsetzten konnten.
Bereits 1937 trat ein Quartett, bestehend aus vier Jazz-Saxophonisten, zusammen
mit einer Rhythmusgruppe, unter der Leitung von Benny Carter, in Paris auf.
1958, zur Zeit der Amerikatournee Marcel Mules, hatte der Produzent Jack Lewis
die Idee, ein Saxophonquartett aus Jazzmusikern zu bilden. Stan Getz und Al
Cohen setzten diese Idee schließlich um und es entstand das „New York Saxophon
Quartet“. Zunächst nur Auftragswerke amerikanischer Big-Band-Arrangeure und
Filmkomponisten spielend, widmete ihnen 1962 der Jazz-Saxophonist Phil Wood
seine „Three Improvisationes“, welche heute zur Standardliteratur, nicht nur
Saxophonquartetten des Jazz, sondern auch den, der klassischen Musik
verschriebenen, Ensembles, gehört.
Im Jahr 1977 kam es dann zur Gründung gleich zwei wichtiger
Saxophonquartettensembles. Zum einen das, für ein Festival des Mills Colleges in
Oakland (Kalifornien), zusammengestellte „Rova Saxophonquartett“, welches sich
im späteren Verlauf vorwiegend der gemeinschaftlichen Improvisation hingab, zum
anderen das „World Saxophonquartett“, deren Bestreben vor allem in die Richtung
ging, ein, dem klassischen Streichquartett ähnliches, Klangspektrum zu
erreichen.
Längst sind die harten Grenzen der einzelnen Genres verwischt, durchlässig und
oftmals nicht mehr klar erkennbar und das Saxophonquartett Mittelpunkt
kurzweiliger Unterhaltungsmusik aber auch höchster musikalischer Darbietung
geworden. Dabei spielt der Rahmen der Präsentation keine Rolle mehr.
Immer weiter verzweigt sich der Einsatzbereich das Quartetts und immer mehr, in
den Verlagen erscheinende Originalkompositionen ebenen den Weg sowohl für Laien
als auch Profis.
Das Saxophonquartett ist ein musikalisches Medium, dessen künstlerisches
Vermögen noch längst nicht voll ausgenutzt wird und sich bis heute
weiterentwickelt. |