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 Das Saxophon

 

Geschichte: Im Jahre 1840 wurde das Saxophon von dem Belgier Adolphe Sax erfunden. Am 28. Juni 1846 wurde das Saxophon patentiert (das heißt, dass es seine Erfindung ist und dass kein anderer es nach bauen darf).
Das Saxophon, hatte Adolphe Sax gesagt, sollte eigentlich für das Sinfonieorchester gemacht sein, aber mit der Zeit wurde es immer mehr in Militär- und Marschkapellen gebraucht, weil es sehr laut und damit auch sehr robust war. Es kam dann auch noch dazu das andere Komponisten zuerst das Saxophon ignorierten.
Aber irgendwann kam dann die Zeit des Jazz und das Saxophon begann seinen Siegeszug zuerst in 
Europa und dann in weiteren Ländern.
Inzwischen ist das Saxophon einer der beliebtesten Soloinstrumente bei Tanz- und Konzertmusik. Inzwischen haben viele Solisten(Musiker, die alleine spielen) mit dem Saxophon eine Band oder Combo gegründet. (Combos sind kleine Musikgruppen, die meistens bei den Instrumenten nur wenig Besetzung haben).

Technik: Mit Technik ist nicht die Blastechnik gemeint sonder die Technik des Instrumentes.
Das Saxophon ist zwar aus Metall gebaut, ist aber ein 
Holzblasinstrument das liegt daran (zeigen) dass der Ton nur durch dieses kleine Rohrblatt erzeugt wird. Bei der Klarinette geschieht das Selbe. 
Das Saxophon kann man in 4 Einzelteile zerlegen (damit ist jetzt nicht gemeint die ganzen Klappen und Griffe):
1. das Rohrblatt (wie schon erwähnt) (zeigen)
2. das Mundstück mit Blattschraube (zeigen)
3. der Bogen (zeigen)
4. der Korpus (zeigen)
Die meisten Saxophone werden mit einem einfachen Tragegurt am Körper befestigt (zeigen)
Es gibt jedoch ein paar andere Saxophone die man z.B. das 
Bariton Saxophon mit einem zusätzlichen Rückengurt befestigt.

Typen: Und mit dem Bariton Saxophon sind wir schon bei den Typen.
Also es gibt insgesamt 7 verschiedene Typen von Saxophonen.
Das sind von klein nach Groß: Sopranino
Sopran
Alt
Der höchste/tiefste Ton bei allen
Tenor (Bilder zeigen)
Sax. ist das tiefe b hohe fis Bariton
Es gibt aber noch manche Baß
Ausnahmen Kontrabaß (ziemlich selten)
Inzwischen gibt es auch noch ein Piccolosaxophon und Soprillosax.
Am häufigsten wird das Alt, Tenor danach Sopran und Baritonsaxophon genutzt.


Spieltechniken

Um auf dem Saxophon Töne oder Melodien spielen zu können, muss Anblastechnik und Fingertechnik gut aufeinander abgestimmt sein, wie übrigens auch bei allen anderen Einzelrohrblattinstrument. Beim Saxophon spielen muss man eine gewisse Lockerheit und Grundspannung haben, die einem einerseits eine gute Atemstütze (gesteuerte Atemtechnik), andererseits eine schnelle Reaktionszeit ermöglicht.


Anblastechnik: Das Saxophonmundstück (zeigen) wird ca.1cm-1,5cm in den Mund, zwischen Schneidezähne und Unterlippe genommen. Die Lippe muss das Mundstück luftfest umschließen. Wenn man das Blättchen (zeigen) zu fest oder zu locker in den Mund nimmt, klingt der Ton schief. Beim anblasen des Tones, muss man ein deutliches „Thhh“ von sich geben, ähnlich wie beim spucken. Das anblasen von sehr tiefen oder sehr hohen Tönen ist schwerer, als das anblasen von Mitteltönen. 


Grifftechnik: Grifftabelle (zeigen in der Saxophonschule)
Das Saxophon hat Frontklappen wie auch Seitenklappen die durch die jeweiligen Finger auf und zu gedrückt werden. Die C-Dur Tonleiter auf dem Saxophon entspricht der C-Dur Tonleiter auf der Sopranblockflöte. Um höhere Töne spielen zu können, muss man die Oktavklappe drücken. Dadurch wird das Erlernen der Oktavtönen einfacher und schneller, als bei anderen Instrumenten. Im Laufe der Weiterentwicklung des Saxophonbaus sind bestimmte Klappen spieltechnisch verbessert worden. Die Klappen, die man mit den beiden kleinen Fingern betätigt (rechts zwei, links vier) sind mit kleinen Rollen verbunden, die den Übergang zwischen den beiden Tönen vereinfacht. 

Besetzung

Klassik: In der klassischen Musik wird das Saxophon oft als Soloinstrument oder Saxophonformationen gebraucht. Außerdem wird das Saxophon in Kammermusikbesetzungen und in Konzertbesetzung verwendet.
Saxophon Solo: Besonders in der neuen Musik wird das Saxophon als Soloinstrument verwendet. Die Komponisten betonen in ihren Kompositionen besondere Klangmöglichkeiten beim Saxophon. Einige Komponisten die so ein Solo geschrieben haben heißen:
Paul Bonneau, Pierre-Max Dubois, Christian Lauba, Ryo Noda oder Fuminori Tanada.
Kammermusik: In der Kammermusikbesetzung wird das Saxophon in Kombination mit anderen Soloinstrumenten verwendet. Einige der Kombinationen, die in Kombinationen verwendet werden, kombinieren das Saxophon mit 
Gesang, Geige, Flöte, Klarinette, Oboe, Fagott, Trompete, Posaune oder Schlagzeug. Besonders häufig wird das Saxophon als Hauptinstrument mit Begleitung verwendet. Verbreitet sind hier insbesondere die Kombination Saxophon und Klavier, es gibt aber auch Stücke, in Begleitung von Orgel, Akkordeon, Harfe und Gitarre. 
Saxophoninformationen: Die Formationen, in denen das Saxophon in der klassischen Musik verwendet werden, sind von der Formation der Streichinstrumente abhängig. Insbesondere wird das Saxophon im Saxophonquartett und im Saxophonensemble, das aus 12 Saxophonen besteht, verwendet. Das Saxophonquartett Bariton-, Tenor-, Alt-, Sopransaxophon.
Jazz: Im Jazz spielt das Saxophon eine große Rolle. Am häufigsten kommt ein Quartett (ist eine Gruppe die aus 4 Leuten besteht) mit einem Sopran- , Alt- , Tenor- , Baritonsaxophon. Das Saxophon wird im Jazz viel eingesetzt wegen der fast unbegrenzten Klangmöglichkeiten. Es gibt dann auch noch eine sogenannte Big Band. In der Big Band spielen mit: erstes und zweites Altsaxophon, erstes und zweites Tenorsaxophon und dann noch ein Baritonsaxophon.

Tonerzeugung
Also jetzt wollen wir noch erklären wie der Ton beim Saxophon entsteht:
Ein Blättchen (zeigen) muss am Mundstück an der Unterseite befestigt werden, mit einer Blattschraube. Man darf das Mundstück deswegen auch nicht zu feste in den Mund nehmen, weil das Blättchen ja schwingen muss und dadurch wird erst mal der Ton erzeugt
(vor machen). Wie bei allen Blas Instrumenten. Wenn man in das Mundstück bläst wird ein Ton erzeugt und der will ja jetzt irgendwo wieder raus. Also sucht sich die Luft das erste Luftloch wo es raus kann. Also wenn man die Oktavklappe drückt, dann geht ganz oben auf dem Bogen ein loch auf. Die Luft geht also dort hinaus. (Oktavklappe noch etwas besonderes) Wenn der Ton erst weiter unten raus kommt dann wird der Ton tiefer, und wenn der Ton schon weiter oben raus kommt, dann wird der Ton höher. Bei der Flasche ist es auch so. Umso größer das Volumen um so tiefer der Ton. Umso kleiner das Volumen um so höher der Ton. Es gibt dann auch noch ganz komische Klappen. Manche Klappen werden nämlich ziemlich weit unten gedrückt aber erst ganz weit oben geht die Klappe auf.


 

 

Die Entstehung des Saxophonquartetts
und seine Geschichte

Die Entstehung des Saxophonquartetts und auch jedes anderen Saxophonensembles war nicht etwa die Weiterentwicklung eines Ensembles aus bereits bestehenden Besetzungen bzw. Kompositionen, wie es beispielsweise beim Streichquartett der Fall war, sondern viel mehr ein Teil der, zum Groß von Adolphe Sax angetriebenen „Saxophonoffensive“, zur Akzeptanz und Annahme seiner Erfindung als ernst zu nehmendes Element der Orchester und als Soloinstrument, wie es in ähnlicher Weise bereits bei der rein künstlichen Zusammensetzung das Holzbläserquintetts vonstatten ging. Die unterschiedlichen, klanglichen Charaktere der verschiedenen Baugrößen der Saxophonfamilie, ließen in Adolphe Sax schon bald die Idee keimen, ganze Ensembles und sogar Orchester, nur mit Saxophone auszustatten.
Daher ist eine reine Betrachtung der frühesten Entstehungsgeschichte und der daraus resultierenden Folgen auf spätere Entwicklungen des Saxophonquartetts, trotz der Tatsache, dass zwischen Sax` Patentantrag für sein Saxophon und der Gründung des ersten, kontinuierlich arbeitenden Quartetts mehr als 80 Jahre liegen, ohne auch auf die Entwicklung des Saxophons an sich einzugehen, weder wünschenswert noch möglich.
Aus diesem Grund wird in diesem Referat nicht ausschließlich auf die Geschichte das Saxophonquartetts, sondern auch auf die Erfindung das Saxophons und damit verbunden, das Leben seines Erfinders eingegangen.

Das Leben von Adolphe Sax

Die folgende „Biografie“ soll keinen lückenlosen Bericht über das gesamte Leben Adolphe Sax` darstellen, sondern viel mehr die Punkte seines Schaffens aufzeigen, welche der Entstehung und Verbreitung des Saxophons dienlich waren und damit direkt mit dem Ersinnen und der Wegbereitung des Saxophonquartetts verbunden sind.

Als ältester Sohn des Kunsttischlers Charles Joseph Sax und dessen Ehefrau Marie Joseph (geb. Masson) wird Antoine-Joseph, der später als Adolphe Sax bekannt werden sollte, am 6. November in Belgien im Diant das Jahres 1814 geboren.
Ein Jahr später siedelt die Familie nach Brüssel über, wo sein Vater eine Instrumentenbauwerkstatt gründet.
1828 besucht Adolphe Sax die „Ecole Royal de Musique“ in Brüssel, um dort Gesang Flöte, Klarinette und Harmonie zu studieren.
Nach dem Sax nach langjähriger Arbeit in der Werkstatt seines Vaters diese 1835 übernimmt und ihm auch schon Patentanträge zur Verbesserung des Systems der Klarinette zuzuschreiben sind, beginnt er im Jahr 1838 mit den ersten Arbeiten am später so bezeichneten Saxophon.
Während einer Reise nach Paris führt Adolphe Sax Anfang Juni 1842 dem Komponisten Hector Berlioz, einem späteren Verfechter des Saxophons, mehrere neu konstruierte Instrumente vor. Darunter auch seine Bassklarinette und sein Basssaxophon. Im Oktober des selben Jahres wird er in Frankreich sesshaft.
Zwei Jahre später gibt Sax sein erstes öffentliches Konzert mit Saxophon. Das Sextett „Hymne Sacré“ vom bereits erwähnten Komponisten Hector Berlioz. Im selben Jahr werden auf eine Initiative Rossinis Sax-Instrumente am Konservatorium von Bologna eingeführt. Am ersten Dezember kommt es zum ersten Einsatz eines Basssaxophons in einer Oper. Der „Le dernier roi de Juda“ von Georg Kastner.
Bei einem Wettstreit zwischen einer herkömmlichen Militär - und einer, nur mit Sax-Instrumenten ausgestatteten, „Sax“-Kapelle, auf der „Champ de Mars“ im Jahr 1845, kann Sax trotz der Intrigen und dem unfairen Verhalten, seiner Konkurrenten, den Sieg für sich entscheiden. Darauf hin wird die französische Militärmusik mit Sax-Instrumenten ausgestattet.
Am 21. März des Jahres 1846 schließlich stellt Adolphe Sax den Patentantrag für seine Saxophone. (Pat. No. 3226 v 22.6.).
Auf den Tag genau zwei Jahre später verbietet ein ministerieller Erlass, den weitern Einsatz von Sax-Instrumenten in der französischen Militärmusik.
1854 wird die, über fünf Instanzen ausgetragene Klage, zur Patentannullierung für Saxophon und Saxtromba endgültig abgewiesen. Ein Reorganisation der französischen Militärmusik erfolgt am 16. August.
Drei Jahre später kommt es unter anderem zur Gründung einer Saxophonklasse am Pariser Konservatorium, deren Leitung Adolphe Sax selbst übernimmt.
Diese wird nach zwölfjährigem Bestehen und der verlorenen Schlacht bei Sedan wieder aufgelöst.
Ein Jahr darauf wird die Neugründung aufgeschoben und 1883, trotz der Bitte von Sax, eine Klasse unentgeltlich leiten zu dürfen, endgültig abgelehnt.
Am Ende eines Lebens von Höhen und Tiefen, Erfolgen und Rückschlägen, stirbt Adolphe Sax, nach dem Verlust seines Vermögens durch drei Konkurse und etliche Prozesse, die ihm nicht nur finanziellen sondern auch sozialen und gesundheitlichen Schaden zugefügt haben, am 7. Februar des Jahres 1894, allein in Paris und wird am 10. Februar auf dem „Cimetiére de Montmartre“ in einer Familiengrabstätte beigesetzt.

Die Erfindung das Saxophons

Den Grund für die Erfindung seines Saxophons führt Adolphe Sax in seinem Patentantrag von 1846 aus. Demnach seien Blasinstrumente besonders in der Tiefe entweder zu rau oder zu stumpf. In der Freiluftmusik sie die Wirkung von Streichinstrumenten, wegen der Schwäche ihres Klangs, gleich Null und ihr Gebrauch unter diesen Gegebenheiten unmöglich. Daher wollte Sax „ein Instrument [...] erschaffen, dass im Charakter seiner Stimme den Streichinstrumenten nahe kommt, aber mehr Kraft und Intensität besitzt als diese“.
Erste Erfolge in seinem Bestreben, dies zu erreichen, stellten sich bereits 1838, mit der Konstruktion seiner Bassklarinette, ein.
Aus den darauf folgenden Jahren, ist nur wenig darüber bekannt, welche Versuche und in welcher Weise, Sax unternahm, um das eigens gesteckte Ziel, der oben beschriebenen Eigenschaften für sein neues Instrument, zu verwirklichen.
Sicher ist nur, angesichts des Ergebnisses seiner Experimente, dass er den von im gewünschten, klanglichen Effekt dadurch erzielte , einen modifizierten Bassklarinettenschnabel mit einem konischen Metallkorpus mit Seitenklappen und Löchern, zu kombinieren.
Als Adolphe Sax 1842 seinen Saxophonprototypen am Pariser Konservatorium einigen bekannten Musikern, darunter auch Hector Berlioz, vorstellte, beschrieb dieser das Instrument als „das Haupt einer neuen Familie“. Der „Blechblasinstrumenten mit Blatt“. Seine Tonumfang betrage drei Oktaven vom tiefen B des Bassschlüssels. Seine Griffweise entspräche der, der Flöte oder dem zweiten Teil der Klarinette. Berlioz beschrieb den Klang als voll, weich, schwingend, von enormer Stärke, geeignet abgeschwächte zu werden und mit keinem bisher gebräuchlichen, tiefen Instrument vergleichbar.
Für rapide Passagen und komplizierte Arpeggien sei es jedoch nicht geeignet. Dies minderte jedoch nicht Berlioz` Freude über das neue Instrument und „seinen majestätischen Charakter“.
In den Jahren bis 1846 schließlich, lagen Sax` Bemühungen vor allem in der Erschaffung einer ganzen Saxophonfamilie von Instrument unterschiedlicher Baugröße und Stimmlage.
So wird im Januar 1844 bereits über ein Saxophonquartett, bestehend aus Sopran -, Tenor -, Bass – und Kontrabasssaxophon berichtet und am 21. März 1846 „ein neues System von Blasinstrumenten genannt „Saxophon“ von Adolphe Sax patentiert. Im Patenantrag besteht die Saxophonfamilie aus acht Instrumenten verschiedener Baugrößen.

Warum ein Saxophonquartett?

In seinem Bestreben, das von ihm erfundene Instrument der breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen und dafür zu begeistern, scheute Sax weder Mühen noch Kosten. Früh schon spielte er mit dem Gedanken, inspiriert und beflügelt von der klanglichen Flexibilität, der tonalen Abwechslung und der technischen Möglichkeiten seiner Instrumentenfamilie, Ensembles verschiedener Größen und sogar ganze Orchester, nur mit Saxophonen auszustatten. Er gab nicht nur mehrere Kompositionen für diverse Besetzungen in Auftrag, die Sax mit seinen Schülern aufführte und mit seinem eigenen Verlage publizierte, sondern lies auch, nach seinem Prinzip konzipierte Konzertsäle bauen. Unter diesen Auftragswerken waren auch einige Saxophonquartette. Somit haben wir die früheste Saxophonliteratur hauptsächlich dem unbändigen Willen von Adolphe Sax, der nicht zu letzt durch seine persönlichen, gesundheitlichen und beruflichen Schicksalsschläge, die er immer wieder hinnehmen musste, noch verstärkt wurde, das Saxophon so schnell als möglich und mit dem größt möglichen Erfolg auf dem Markt einzuführen und zu etablieren, zu verdanken.

Erste Literatur für Saxophonquartett

Zu diesen Werken gehörte auch das „Premier Quatuor“ Op. 53 vom Belgier Jean-Baptiste Singeleé, einem guten Freund und Studienkollegen, von Adolphe Sax.
Es gilt als das älteste, noch erhaltene Werk für Saxophonquartett und gehört heute zum Standardrepertoire vieler namhafter Saxophonquartette. Singeleé bedient sich bei dieser Komposition eines besonderen Stilmittels, welches später auch von Alexander Glasunow für sein „Quartett für vier Saxophone“ Op. 109 herangezogen wurde.
Beide Komponisten widmen die einzelnen Sätze ihrer Werk verschiedenen Meistern der Vergangenheit und versuchen so, auf Grund fehlenden Notenmaterials für Saxophon, eben jener vergangenen Komponisten, den Stil dieser wiederzugeben und so die „verpasste“ Musikgeschichte des Saxophons noch einmal Revue passieren zu lassen und nachzuholen.
Jean-Baptiste Singeleés Quartett ist dabei vollkommen anders als seine bisherigen Werke. Es ähnelt im Stil und Charakter einer Ouvertüre mit langsamer Einleitung und einem darauf folgenden theatralischen Allegro im ersten Satz. Der zweite Satz ist ein rhapsodisches Adagio, worauf im dritten Satz ein belebtes Scherzo folgt. Im letzten Satz beschließt Singeleé sein „Premier Quatuor“ mit einem schwungvollen Finale. Diese vier Sätze beziehen sich musikalisch auf Beethoven, Mendelssohn und mit Rossini und Meyerbeer auf zwei, dem Saxophon zugeneigten, Komponisten.
Dieses Quartett war nicht das einzige Werk für Saxophon aus Singeleés Feder, doch sind die anderen Werke, wie der größte Teil der, in Sax` Verlage erschienen Kompositionen auch, verschollen. Auch das Saxophon selbst geriet zur Jahrhundertwende, abgesehen von der Militärmusik, in Vergessenheit.
Erst in den, auf 1928 folgenden Jahren konnte sich das Saxophone wieder größerer Beliebtheit erfreuen und sich ein Saxophonquartett etablieren, dass bis heute die Musikgeschichte prägt.

Der Durchbruch des Saxophon(quartett)

Als Solosaxophonist der „Garde Républiciane“ in Frankreich gründete Marcel Mule das erste, in dieser Besetzung kontinuierlich arbeitende Saxophonquartett. Auf Grund fehlender Literatur, spielte das „Quatuor de Saxophones de Garde Républiciane“ zunächst nur Transkriptionen Mules, bekannter Werke, konnte jedoch schon bald zahlreiche Komponisten für sich begeistern. So entstanden zahlreiche Kompositionen für Saxophonquartett, die auch heute noch zum Standardrepertoire vieler Ensembles gehören.
Darunter waren auch Eugene Bozzas „Andante et Scherzo“ und Jean Francaix „Petit Quatuor“. Während das erste der beiden Werke, wie einige andere Kompositionen für Saxophonquartett dieser Zeit auch, zunächst die romantisch-sentimentale Klangfarbe – und fülle vorstellt, zeigt es im schnellen zweiten Satz die virtuosen und furiosen technischen Möglichkeiten der vier Instrumente auf.
Als das Saxophonquartett schlechthin gilt jedoch das, 1932 vom russischen Komponisten Alexander Glasunow, für Marcel Mules Quartett, geschaffen „Quartett für vier Saxophone“ Op. 109. Glasunow war zu dieser Zeit unter Anderem als Dirigent der „Garde Républiciane“ tätig und so fasziniert vom längst bestehenden Saxophonregister, dass er dem „Quatuor de Saxophones de Garde Républiciane“ dieses Werk für Sopran -, Alt -, Tenor – und Baritonsaxophone widmete.
Wie schon Singeleés „Premier Quatuor“ versucht auch Glasunow in seinem Werk die Musikgeschichte, ins besondere des 19. Jahrhunderts, für das Saxophon nachzuliefern. Das einleitende Allegro erinnert dabei an Dvorák, Wagner und Brahms, während die folgenden Choralvariationen, den Stil von Schumann und Chopin wiedergeben und das Werk schließlich in einem Rondofinale im Sinne von Bach endet.
Auch nachdem Marcel Mule die „Garde Républiciane“ verlassen und sein Quartett umbenannt hatte, wurden ihm zahlreiche Werke bekannter Komponisten gewidmet und das Saxophonquartett konnte seine Stellung als modernes Gegenstück zum Streichquartett festigen.
Inspiriert von Mules Erfolg gab es immer mehr Saxophonisten, die eigenen Quartette gründeten. Darunter auch sein Nachfolger am Nationalkonservatorium Daniel Deffayet und sein Schüler Iwan Roth.
Eines der wichtigsten Saxophonquartette entstand jedoch erst, nachdem sich das mittlerweile so genannte „Quatour de Saxophones de Marcel Mule“ aufgelöst hatte.
1969 stellte Sigurd Rascher, dem Glasunow ein Solokonzert, das er unter der selben Opusnummer wie sein „Quartett für vier Saxophone“ veröffentlichte, widmete, die erste Besetzung des bis heute aktiven „Rascher Saxophonquartett“ zusammen. Darunter auch seine Tochter Carina, der Heute die Leitung des Ensembles obliegt. Bis zum heutigen Tag blieb das Quartett seinen, an sich selbst gestellten, Ansprüchen, Zeitgenössische Werk, die nicht selten dem Rascher-Quartett selbst gewidmet sind, auf höchstmöglichem Niveau zu präsentieren. Heute gehört das Ensemble zu den führenden Saxophonquartetten weltweit und führt einen Großteil der, bereits durch Marcel Mule begonnen Arbeit, zur Bestätigung des Saxophonquartetts als ernsthaftes Element der kammermusikalischen Musikszene, fort. Ihm wird eine ähnliche Vorreiter-Rolle wie dem Kronos Quartett unter den Streichquartetten zugeschrieben.

Das Saxophonquartett im Jazz

Doch nicht nur die klassischen Saxophonquartette konnten sich mittlerweile einen Namen machen. Auch im bereich des Jazz gibt es seit längerem mehrere Quartett, die sich dort, auch außerhalb der Big-Band, durchsetzten konnten.
Bereits 1937 trat ein Quartett, bestehend aus vier Jazz-Saxophonisten, zusammen mit einer Rhythmusgruppe, unter der Leitung von Benny Carter, in Paris auf.
1958, zur Zeit der Amerikatournee Marcel Mules, hatte der Produzent Jack Lewis die Idee, ein Saxophonquartett aus Jazzmusikern zu bilden. Stan Getz und Al Cohen setzten diese Idee schließlich um und es entstand das „New York Saxophon Quartet“. Zunächst nur Auftragswerke amerikanischer Big-Band-Arrangeure und Filmkomponisten spielend, widmete ihnen 1962 der Jazz-Saxophonist Phil Wood seine „Three Improvisationes“, welche heute zur Standardliteratur, nicht nur Saxophonquartetten des Jazz, sondern auch den, der klassischen Musik verschriebenen, Ensembles, gehört.
Im Jahr 1977 kam es dann zur Gründung gleich zwei wichtiger Saxophonquartettensembles. Zum einen das, für ein Festival des Mills Colleges in Oakland (Kalifornien), zusammengestellte „Rova Saxophonquartett“, welches sich im späteren Verlauf vorwiegend der gemeinschaftlichen Improvisation hingab, zum anderen das „World Saxophonquartett“, deren Bestreben vor allem in die Richtung ging, ein, dem klassischen Streichquartett ähnliches, Klangspektrum zu erreichen.
Längst sind die harten Grenzen der einzelnen Genres verwischt, durchlässig und oftmals nicht mehr klar erkennbar und das Saxophonquartett Mittelpunkt kurzweiliger Unterhaltungsmusik aber auch höchster musikalischer Darbietung geworden. Dabei spielt der Rahmen der Präsentation keine Rolle mehr.
Immer weiter verzweigt sich der Einsatzbereich das Quartetts und immer mehr, in den Verlagen erscheinende Originalkompositionen ebenen den Weg sowohl für Laien als auch Profis.
Das Saxophonquartett ist ein musikalisches Medium, dessen künstlerisches Vermögen noch längst nicht voll ausgenutzt wird und sich bis heute weiterentwickelt.

   Diddy